Der Stein rollt unaufhaltsam weiter

Der Herr erhört die rechtschaffenen Wünsche seiner Kinder auf der ganzen Welt. In Dubai, meiner zweiten Heimat, wird der erste Tempel in einem arabischen Land erbaut.

Miguel Ryser am Tag seiner Ordination zum Aaronischen Priestertum mit seinem Vater, seinen Grosseltern und seinem Bruder

Ebnat (MA): Der Herr erhört die rechtschaffenen Wünsche seiner Kinder auf der ganzen Welt. In Dubai, meiner zweiten Heimat, wird der erste Tempel in einem arabischen Land erbaut.

Während eineinhalb Jahren lebte ich in der Millionenstadt Dubai am Persischen Golf. Zusammen mit unseren beiden jüngsten Kindern begleitete ich meinen Mann, der aus beruflichen Gründen in diesen Teil der Welt gesandt wurde. Ich tauchte in eine neue Kultur ein und lernte die Menschen und ihre Lebensweise bald schätzen.

Unsere kleine Familie besuchte die Versammlungen der Kirche in der englischsprachigen Gemeinde in Dubai. Nach kurzer Zeit erhielten mein Mann und ich die Aufgabe im Kindergarten zu dienen. So lernten wir Englisch und integrierten uns gleichzeitig in die Gemeinde. Schnell gewannen wir unsere Schwestern und Brüder lieb und fühlten uns als ein Teil jener Gemeinde.

Ich war immer wieder beeindruckt, mit welcher Zuversicht die Gemeindemitglieder für einen Tempel in den Vereinigten Arabischen Emiraten beteten. Bis heute ist die Reise zu einem Haus des Herrn sehr aufwändig. Einige fliegen dafür nach Europa oder auf die Philippinen. Aber wie konnte man in einem Land, das Missionsarbeit nicht erlaubte, für einen Tempel beten? Mir wurde zu jener Zeit ganz besonders bewusst, was für ein Segen es ist, den Bern Tempel so nahe zu haben. Er ist für mich ein Ort der Ruhe und Kraft.

Unsere Familie konnte es kaum fassen, als an der vergangenen Generalkonferenz der Prophet einen Tempel für Dubai ankündigte. Wir waren überwältigt von Freude und Dankbarkeit. Die Gebete der Mitglieder haben Früchte getragen, ihr Glaube wird belohnt. In wenigen Jahren wird dort ein Haus des Herrn stehen, ein Ort der Ruhe inmitten der Hektik dieser geschäftigen Grossstadt, mit der ich mich auch nach fünf Jahren immer noch verbunden fühle. Der Tempel wird mithelfen, das Land für das Evangelium zu öffnen und den jetzt noch kleinen Anteil der einheimischen Mitglieder in den Gemeinden zu vergrössern.

Unser Sohn Miguel wurde in Dubai zum Diakon im Aaronischen Priestertum ordiniert. Er durfte in der Schule Arabisch lernen. Wie gerne würde er in jener Gegend eine Mission erfüllen. Wird der Herr auch dies möglich machen? Sicher aber ist, dass wir als ganze Familie nach Dubai reisen werden, wenn das Haus des Herrn in unserer zweiten Heimat fertiggestellt sein wird.