Botschaften der Gebietsführerschaft

Ihn höre!

Den Herrn zu hören ist celestial und jede Mühe wert.

„Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ 1 Diese Worte sprach Gottvater an einem Frühlingsmorgen des Jahres 1820 in einem Wäldchen im US-Bundesstaat New York zu Joseph Smith
An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1820 sah Joseph Smith in einem Wäldchen im US-Bundesstaat New York Gott Vater und seinen Sohn Jesus Christus.

von Elder Tom-Atle Herland, Norwegen

Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ 1 Diese Worte sprach Gottvater an einem Frühlingsmorgen des Jahres 1820 in einem Wäldchen im US-Bundesstaat New York zu Joseph Smith. Das war der Beginn der Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi, und zwar so, wie Christus sie zu Lebzeiten hier auf Erden gegründet hatte. Da es kurz nach dem Tod Christi zu einem Abfall vom Glauben gekommen war, waren seine Kirche und seine Vollmacht schließlich nicht mehr auf der Erde vorhanden. Erst Jahrhunderte später wurde im Jahr 1820 die Wiederherstellung seiner Kirche eingeleitet, und auch die Vollmacht, alle heiligen Handlungen des Priestertums zu vollziehen, wurde wiederhergestellt. All das kam zustande, weil ein junger Mann Gott im aufrichtigen Gebet fragte, wo er die Wahrheit finden könne. Er entschied sich dafür, zu fragen und dann zuzuhören. Und was für eine Antwort er doch erhielt!

Wir sind alle verschieden und haben vermutlich unterschiedliche Herangehensweisen, um Gott hören zu können. Aber auch wenn wir verschieden sind, so sind wir doch alle Kinder Gottes. Er liebt uns so, wie wir sind, und er möchte, dass wir ihn hören. Wenn wir ihn hören wollen, müssen wir uns anstrengen. Was ist Ihr größter Herzenswunsch? Was können Sie tun, um Gott zu hören?

Elder Tom-Atle Herland, Norwegen Gebietssiebziger
Elder Tom-Atle Herland, Norwegen Gebietssiebziger

Vor einiger Zeit war ich mit Führern der Kirche aus ganz Europa bei einer Versammlung in Frankfurt. Wir bereiteten eine größere Veranstaltung vor, die wir später aufgrund der Pandemie bis 2021 verschieben mussten. Elder Massimo De Feo, Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft und Schlussredner in besagter Versammlung, zeigte am Ende seiner Ausführungen ein Video mit dem Musikstück Slow Down, dargeboten von der norwegischen Sängerin Sissel Kyrkjebø und dem Tabernakelchor am Tempelplatz. Sissel hatte das Lied 2019 bei einem Konzertauftritt mit dem Tabernakelchor gesungen,2 und obwohl ich selbst ja auch Norweger bin, hatte ich es bis dahin noch nie gesehen oder davon gehört. Ich war absolut unvorbereitet auf das, was geschah, als Elder De Feo mit dem Abspielen des Videos begann. Schon nach den allerersten Takten war es so, als würde ich den Herrn hören, und zwar auf eine Weise, wie ich ihn zuvor wahrscheinlich noch nie gehört hatte. Ich war ganz und gar von Gefühlen überwältigt und weinte wie ein Kind. Ich versuchte, nicht zu sehr zu zittern, und wandte den Blick nach unten, damit man nicht unbedingt sehen konnte, dass ich weinte. Ich dachte, das könne allen anderen Anwesenden die schöne Darbietung verderben. Das Musikstück bewog mich dazu, Gottes Gnade, Liebe und Vergebung durch den Erretter Jesus Christus für mich persönlich nachzuempfinden. Ich spürte, dass all die Fehler, die ich gemacht hatte, mit all den Herausforderungen des Erdenlebens verquickt waren und dass sie geheilt und von mir fortgenommen werden konnten. Ich erhaschte einen Blick auf den Himmel, einen Vorgeschmack auf das (celestiale) Dasein im Himmel. Später las ich im Internet einige Kommentare im Kommentarfeld. Hier sind zwei davon: „Ich werde NIE vergessen, wie es war, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Ich bin autistisch, leide an chronischen Depressionen und hatte schon gegen Suizidgedanken angekämpft. Die letzten Wochen vor dem Konzert waren die reinste Qual für mich. Ich wusste überhaupt nicht mehr weiter. Einige Tage bevor das Lied aufgeführt wurde, bat ich einige Freunde aus dem Chor um Unterstützung und sie halfen mir. Als ich dieses Lied dann zum ersten Mal hörte, war ich in Tränen aufgelöst. Es wird wirklich immer Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein. Vielen Dank, lieber Tabernakelchor und meine lieben Freunde! Ihr seid meine Helden und solch wunderbare Freunde. Ich werde euch immer liebhaben!“ Der zweite Kommentar lautete: „Ich bin so froh, dass der Applaus am Ende nicht herausgeschnitten wurde. Als sie bemerkt, dass ihr ungefähr 20.000 Leute stehend Beifall klatschen – das ist ein echt magischer Moment!“

Liebe Freunde, den Herrn zu hören ist magisch, es ist himmlisch (celestial), und es berührt unser Herz, unseren Geist und hilft uns, unsere Heimreise zu ihm fortzusetzen. Es ist jede Mühe wert. Was können Sie tun, um den Herrn noch öfter zu hören?

 

Anmerkungen

Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17

2 Slow Down – Sissel (2019 Pioneer Concert with The Tabernacle Choir)