Englischer Jazz-Pianist und irischer Ruheständler komponieren neues Kirchenlied zu Ehren des Tempels

    Preston Temple

    Eine schlichte, nachdenklich stimmende Melodie, in der Unbeschwertheit mitschwingt. Eine Grundlinie mit Aufwärtstendenz. Stimmungsvolle Worte zu Ehren einer heiligen Stätte. „Where Heaven Meets Earth“ (Wo Himmel und Erd sich begegnen) stammt aus der Feder eines Jazz-Pianisten mit internationalem Wirkungskreis und eines Finanzwirts im Ruhestand. Am 21. Juni wird die Fête de la Musique begangen, das Fest der Musik. Ein Fest, das Menschen über Musik einander näher bringt, ist wohl ein passender Anlass, das Resultat einer sehr ungewöhnlichen musikalischen Zusammenarbeit einmal unter die Lupe zu nehmen.

    „Das Ganze kam durch einen echten Glücksfall zustande. Ich habe Sam Petchey erst einmal im Leben getroffen“, erzählt John Connolly aus Dublin, der beruflich im Vertrieb und Marketing sowie im Finanz- und Personalwesen tätig gewesen war. Zu Beginn seines Ruhestands war er dann drei Jahre lang in der Leitung des Tempels der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im britischen Preston tätig. Genau dort brachte er auch seine tiefen Gefühle für dieses heilige Bauwerk durch Gedichte zum Ausdruck.

    In ebendieser Zeit waren Stephen und Eileen Petchey ehrenamtlich im Tempel tätig. Ihr Sohn Samuel, ansässig im Londoner Vorort Twickenham, ist ein Klaviervirtuose, der auf seinem Instrument Klassik wie Jazz beherrscht und Unterricht gibt. Als Pianist und Saxofonist trat Samuel Petchey auf Einladung Ihrer Majestät, Königin Elisabeth II., bei Staatsbanketts, Amtseinsetzungen und Ordensverleihungen regelmäßig im Buckingham Palace auf.

    „Als ich mich vor ein paar Jahren einmal mit Sams Mutter unterhielt, erzählte ich ihr von meinen Tempelgedichten, und da hatten wir beide den Gedanken, er könne eins davon vertonen“, berichtet John Conolly weiter. „Sie erwähnte es zwar gegenüber ihrem Sohn, aber nichts geschah, bis wir einander begegneten – fast zufällig.“

    2019 kam Conolly bei einem von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ausgerichteten Konzert in Dublin kurz mit Petchey ins Gespräch. „Er komponierte diese wunderbare Musik binnen weniger Tage!“, begeistert sich Conolly.

    Eileen and John Connolly
    Eileen and John Connolly

    „Wo Himmel und Erd sich begegnen, dort, wo Gott ist nah, wird seine Lieb und Barmherzigkeit uns offenbar. In Gottes Tempel, so still und lind, ersteht in uns Glauben wie bei einem Kind.“ – So oder ähnlich könnte man die ersten beiden Zeilen des neuen Kirchenlieds auf Deutsch wiedergeben.

    „Was mir an ‚Where Heaven Meets Earth‘ so gefällt, ist die klare Verbindung, die darin zwischen uns, dem Tempel und Christus hergestellt wird“, so Petchey. „In manchen Liedern oder Ansprachen über den Tempel könnte man ob der Betonung der ewigen Familie fast den Blick dafür verlieren, für wen der Tempel steht.

    Ich komponiere weiterhin Musik und gebe Nachrichten weiter, die Geistiges zum Inhalt haben. So möchte ich dazu beitragen, das Evangelium zu verbreiten und Freunde und Bekannte während des Lockdowns zu stärken“, erklärt Petchey.

    Die Fête de la Musique soll dazu einladen, in Parks und Wohnsiedlungen im Freien zu musizieren. Wer in Preston oder anderswo einen Tempel besucht, mag durchaus dabei angetroffen werden, wie er bei einem Spaziergang durch die Gartenanlagen andächtig singend oder summend das Lied „Where Heaven Meets Earth“ ertönen lässt.

    Laut Conolly, einem gebürtigen Belfaster, scheint das Kirchenlied etwas zu kurz für den Gesang in den Versammlungen, doch für künftige Tempelweihungen könne es in Frage kommen. Conolly und seine Frau Eileen haben sechs erwachsene Kinder und 17 Enkel – genug, um für verschiedene Anlässe einen kleinen Chor zu bilden.